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Rot und Weiß Amaryllis Blüte

Amaryllis pflanzen, pflegen und überwintern

Kaum eine andere Zimmerpflanze bringt im Winter so viel Licht, Farbe und Lebensfreude ins Haus wie die Amaryllis – botanisch Hippeastrum, volkstümlich auch Ritterstern genannt. Während der dunklen Jahreszeit entfaltet sie ihre ganze Magie: aus einer unscheinbaren Amaryllis-Zwiebel wächst binnen weniger Wochen ein majestätischer Blütenschaft, gekrönt von samtigen Trichtern in Weiß, Rot, Rosa oder zart gestreift.

Die Amaryllis ist pflegeleicht, robust und ideal für die Fensterbank. Wer sie richtig pflanzt und pflegt, wird mit monatelanger Blüte und jahrelanger Freude belohnt. In diesem Ratgeber erfahren Sie alles rund um das Thema Amaryllis pflanzen, zum Blühen bringen und überdauern – inklusive Tipps zur Glaskultur, Pflege gewachster Amaryllis und Überwinterung.

Amaryllis pflanzen: Die richtige Zeit und Vorbereitung

Die beste Zeit, um Amaryllis zu pflanzen, ist von November bis Januar. Setzen Sie die Zwiebel etwa sechs bis acht Wochen vor dem gewünschten Blühtermin ein – wer also zu Weihnachten Blüten möchte, pflanzt im November.

Achten Sie auf eine feste, gesunde Zwiebel ohne weiche Stellen. Große Amaryllis-Zwiebeln bringen in der Regel kräftigere Blüten hervor. Der Topf sollte nur zwei Fingerbreit größer sein als die Zwiebel – zu viel Platz führt zu übermäßiger Blattbildung.

Füllen Sie den Topf mit lockerer, humoser Blumenerde, die mit etwas Sand oder Blähton aufgelockert ist. Setzen Sie die Zwiebel so ein, dass etwa das obere Drittel aus der Erde ragt. Nach dem Pflanzen nur leicht angießen und an einen warmen, hellen Ort stellen.

Amaryllis-Blumenzwiebeln im Korb

💡 Beates Tipp: Verwenden Sie für die Amaryllis ein Gefäß mit Drainageloch und eine Schicht Blähton am Boden, um Staunässe zu vermeiden. Auch in Seramis® Pflanzgranulat fühlt sich eine Amaryllis sehr wohl – wir haben es selbst ausprobiert. Topfen Sie sie die Zwiebel auch hierbei nur maximal zu zwei Dritteln in Substrat.

Amaryllis-Pflege während der Blütezeit

Während der Blütezeit der Amaryllis braucht die Pflanze nur wenig Aufmerksamkeit – aber das Richtige zur richtigen Zeit. Sobald sich der Blütenschaft zeigt, darf regelmäßig, aber maßvoll gegossen werden. Zu viel Wasser führt schnell zu Fäulnis.

Ein heller Standort bei rund 20 °C ist ideal. Drehen Sie den Topf gelegentlich, damit der Blütenschaft gerade wächst. Düngen ist während der Blüte nicht nötig; die Amaryllis-Zwiebel enthält alle Nährstoffe für den ersten Austrieb.

Nach dem Aufblühen hält die Amaryllis länger, wenn sie nicht direkt über der Heizung steht. Eine etwas kühlere Nacht-Temperatur (15–18 °C) verlängert die Blütezeit deutlich.

Weiße Amaryllis mit blauem Hintegrund

Amaryllis im Glas – Blütenpracht ohne Erde

Sehr beliebt ist auch die Amaryllis im Glas – eine moderne und sehr dekorative Alternative zum klassischen Topf. Die Zwiebel ruht dabei auf einem Glasgefäß, das unten mit etwas Wasser gefüllt ist. Wichtig: Nur die Wurzeln dürfen das Wasser berühren, niemals die Zwiebel selbst.

Der Standort sollte hell und warm sein. Sobald die Wurzeln das Wasser erreicht haben, treibt der Blütenschaft rasch aus. Wechseln Sie das Wasser regelmäßig, um Fäulnis zu vermeiden.

Die Glaskultur ist ein echter Blickfang – minimalistisch, elegant und perfekt für die festliche Dekoration. Allerdings verbraucht die Amaryllis bei dieser Methode ihre gesamten Reserven. Sie blüht meist nur einmal, weil sie keine neuen Nährstoffe aufnehmen kann.

Wer sie retten möchte, kann versuchen, die Zwiebel nach der Blüte in Erde zu pflanzen. Mit etwas Glück bildet sie neue Wurzeln und startet in eine zweite Saison. Nicht immer gelingt das, aber es lohnt sich, der Pflanze eine Chance zu geben.

Amaryllis-Blumenzwiebel im Glas

Nach der Blüte: Amaryllis pflegen und kräftigen

Ist die Amaryllis verblüht ist die richtige Pflege entscheidend, damit die Zwiebel im nächsten Jahr wieder austreibt. Schneiden Sie verwelkte Blüten mitsamt Stiel knapp über der Zwiebel ab. Die grünen Blätter bleiben stehen – sie sind das Kraftwerk der Pflanze.

Gießen Sie weiterhin regelmäßig und geben Sie alle zwei Wochen etwas Flüssigdünger. So speichert die Zwiebel Energie für den nächsten Blütendurchgang.

Ein heller Standort ohne direkte Mittagssonne ist ideal. Im Sommer darf die Amaryllis gerne ins Freie – z. B. auf den Balkon oder in den Garten. Achten Sie dort auf einen regengeschützten Platz.

Amaryllis überdauern: Die Ruhephase ist entscheidend

Damit die Amaryllis wieder blüht, braucht sie eine mehrwöchige Ruhephase. Diese beginnt im Spätsommer, etwa ab September. Reduzieren Sie das Gießen schrittweise, bis das Laub vollständig eingetrocknet ist.

Lagern Sie die Zwiebel anschließend kühl, trocken und dunkel – ideal sind 10 bis 15 °C, z. B. im Keller oder in einer kühlen Speisekammer. Während dieser Zeit ruht die Pflanze und bildet neue Blütenanlagen im Inneren.

Nach etwa acht bis zehn Wochen ist sie bereit für den nächsten Blühzyklus: Holen Sie sie ins Warme, setzen Sie sie in frische Erde und gießen Sie sparsam an. Schon bald zeigt sich der erste Blütenschaft – das Zeichen, dass Ihre Amaryllis bereit für ihren großen Auftritt ist.

Die Amaryllis in Wachs
Der Wachsmantel ermöglicht, dass die Amaryllis ohne Erde und Wasser blüht – dadurch ist sie besonders pflegeleicht und dekorativ.

Amaryllis wieder zum Blühen bringen

Nach der Ruhephase darf die Zwiebel hell und warm stehen – dann beginnt sie erneut auszutreiben.

Gießen Sie zunächst nur wenig, bis sich der Stiel zeigt. Danach etwas häufiger, aber ohne Staunässe. Mit Geduld und etwas Routine gelingt die jährliche Blüte fast von selbst.

Eine gut gepflegte Amaryllis kann über viele Jahre immer wieder blühen – manche Exemplare begleiten ihre Besitzer:innen jahrzehntelang.

Gewachste Amaryllis – Geschenkidee oder Wegwerfblume?

Gewachste Amaryllis sind trendige Geschenkideen. Die Zwiebel ist dabei in eine dekorative Wachsschicht gehüllt, die Feuchtigkeit speichert und das Gießen überflüssig macht.

Diese Pflanzen sind pflegeleicht und blühen zuverlässig – allerdings nur einmal. Durch die Wachsschicht kann die Zwiebel keine Nährstoffe aufnehmen oder Wurzeln bilden.

Wer seine gewachste Amaryllis retten möchte, kann das Wachs nach der Blüte vorsichtig entfernen, die Zwiebel reinigen und in lockere Erde setzen. Mit etwas Glück treibt sie wieder aus. Garantieren lässt sich der Erfolg jedoch nicht.

Trotzdem sind gewachste Amaryllis eine schöne Möglichkeit, Freude zu schenken – und manchmal gelingt sogar das kleine Wunder einer zweiten Blüte.

Rote Amaryllis im blauen Übertopf

Gestaltungsideen: Amaryllis kreativ in Szene setzen

Ob klassisch im Topf, modern im Glas oder in einer dekorativen Schale – die Amaryllis ist vielseitig. Besonders edel wirkt sie in Kombination mit Naturmaterialien: Moos, Zweige, Eukalyptus oder getrocknete Orangenscheiben bringen Struktur und Wärme ins Arrangement.

Auch als Schnittblumen in der Vase sind Amaryllis ein Highlight: Die kräftigen Stiele halten bis zu zwei Wochen, wenn sie regelmäßig frisch angeschnitten und das Wasser erneuert wird.

Tipp: Wer mehrere Amaryllis-Zwiebeln besitzt, kann sie zeitversetzt pflanzen, um die Blütenpracht über Wochen hinweg zu genießen – vom Advent bis in den Februar hinein.

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