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Balkonkasten mit mit einem Arrangement aus Heidekraut und Fetthenne

Besenheide versus Schneeheide – zwei Heidearten, ein Name

Wer im Herbst „Erika“ kaufen möchte, erlebt oft eine kleine Überraschung. „Welche denn?“, fragen wir im Fachgeschäft – und sehen nicht selten fragende Gesichter. Denn was im Alltag liebevoll „Erika“ genannt wird, kann botanisch ganz Unterschiedliches meinen. Hinter dem vertrauten Namen verbergen sich zwei eigenständige Pflanzengattungen: Calluna, die Besenheide, und Erica, zu der die Schneeheide und weitere Arten gehören. Beide bezaubern mit feinen Blüten, sind pflegeleicht und bringen Farbe in die stillen Monate des Jahres – und doch unterscheiden sie sich deutlich.

Zwei Heidearten, eine Familie

Besenheide und Schneeheide gehören beide zur Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae). Doch während die Besenheide (Calluna vulgaris) Spätsommer und Herbst prägt, ist die Schneeheide (Erica carnea) ein Kind des Winters.

Botanisch trennt sie mehr als nur die Jahreszeit: Sie stammen aus unterschiedlichen Gattungen. Die Besenheide ist die einzige Art ihrer Gattung Calluna, während die Gattung Erica über 800 Arten umfasst – viele davon im Mittelmeerraum und in Afrika beheimatet.

Das erklärt, warum sich Heide je nach Herkunft, Blütezeit und Standort so unterschiedlich zeigt – von robust und heimisch bis elegant und südländisch.

Besenheiden - Impressionen aus unserem Laden am Viktualienmarkt

Die Besenheide (Calluna vulgaris) – Königin des Spätsommers

Wer an Heide denkt, hat wahrscheinlich die Besenheide vor Augen. Von August bis Oktober prägt sie berühmte Heidelandschaften wie die Lüneburger Heide mit einem Meer aus rosa Blüten.

Ihre Kulturformen leuchten in Weiß, Rosa, Violett und Purpur und verleihen Balkonkästen und Gartenbeeten eine unverwechselbare Herbststimmung. Calluna liebt sonnige bis halbschattige Plätze und durchlässige, saure Böden. In Rhododendronerde gedeiht sie besonders gut.

Ihre Triebe verholzen mit den Jahren, bleiben aber dicht und formschön, wenn sie nach der Blüte leicht zurückgeschnitten wird.

Typisch für den Herbst sind sogenannte Knospenheiden – Züchtungen, deren Blüten sich nicht öffnen. Dadurch behalten sie über Wochen ihre Farbe, selbst bei Regen und Kälte. Für Bienen und Hummeln sind sie jedoch weniger attraktiv, da die geschlossenen Blüten keinen Nektar freigeben.

Knospenheide mit pink und rosa Blüte

Die Schneeheide (Erica carnea) – Blühwunder im Winter

Auch während draußen Schnee fällt, hält die Schneeheide tapfer durch. Ihre kleinen, glockenförmigen Blüten öffnen sich je nach Witterung schon im Dezember und blühen oft bis in den April hinein. Damit ist sie eine der frühesten Nahrungsquellen für Insekten im Jahr.

Erica carnea bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte und ist – anders als viele andere Heidearten – kalktolerant. Sie fühlt sich auch in Steingärten oder auf mageren Wiesen wohl. Ihre wintergrünen Nadeln bringen selbst in frostigen Monaten Struktur und Farbe in den Garten.

Ein leichter Rückschnitt nach der Blüte hält sie kompakt und vital. Mit etwas Rhododendrondünger bleibt sie dauerhaft kräftig.

Wer gerne wandert, begegnet ihr in Deutschland vor allem in den Alpen – vom Tal bis in Höhen von über 2.000 Metern, wo sie Wind und Wetter trotzt.

Erica carnea

Weitere Erica-Arten – für Vielfalt im Heidejahr

Neben der Schneeheide führen wir in unserem Laden am Münchner Viktualienmarkt auch einige weitere Erica-Arten, die das Heidejahr erweitern und unterschiedliche Stimmungen schaffen:

  • Erica gracilis (Südafrikanische Glockenheide): Dichte, leuchtend rosa bis purpurfarbene Blütentrauben machen sie zu einer prachtvollen Herbstpflanze. Nicht winterhart, ideal für geschützte Plätze oder als stimmungsvolle Zimmerdeko.

  • Erica arborea (Baumheide): Eine mediterrane Schönheit mit aufrechtem Wuchs, die zu großen Sträuchern heranwachsen kann. Als Kübelpflanze in milden Regionen beliebt, angenehm duftend, mit weißen Blüten und feinem Laub – sollte jedoch frostfrei überwintern. Strukturpflanze für interessante Effekte bei herbstlichen Pflanzenarrangements.

Limettengrün Baumheide mit Gartendeko-Artikel aus Keramik im Hintergrund
  • Erica tetralix (Moor-Glockenheide): Moor- und Hochmoorart mit zarten, nickenden glockenförmigen Blüten in Rosa bis Purpur. Sie blüht von Juli bis September und ist in Deutschland vor allem in der Norddeutschen Tiefebene heimisch. Benötigt langfristig dauerhaft feuchte, saure Böden (Moorbeet). Für saisonale Pflanzgefäßen mit naturhaftem Charme.

  • Erica × darleyensis (Darley-Heide): Besonders robuste Kreuzung aus Erica carnea und Erica erigena, blüht von Dezember bis weit ins Frühjahr hinein. Zuverlässige Winterblüherin mit reicher Blütenfülle in Weiß, Rosa oder Purpur. Wächst etwas buschiger als die Schneeheide, ist gut winterhart und eignet sich hervorragend für Beete, Kübel und naturnahe Pflanzungen an sonnigen bis halbschattigen Standorten.

Moor-Glockenheide in unserer Ausstellung

Gemeinsam mit Besenheide und Schneeheide lässt sich so fast das gesamte Jahr über Heideblüte erleben – von Juni bis April.

Bienenfreundlichkeit – so kommen Insekten nicht zu kurz

Heidepflanzen sind wertvolle Nahrungsquellen für Bienen, Hummeln und andere Bestäuber. Doch nicht alle Kulturformen sind gleich bienenfreundlich:

  • Erica-Arten wie die Schneeheide sowie offenblühende Besenheiden bieten reichlich Nektar und Pollen.

  • Knospenheiden – Klassiker des Herbstsortiments – sind zwar besonders farbstabil, aber für Insekten nicht zugänglich.

Wer ökologische Vielfalt fördern möchte, kombiniert Knospenheiden mit offenblühenden Sorten und Arten. So entsteht ein harmonisches Zusammenspiel aus langlebiger Farbe und lebendigem Summen.

Zartrosa Blüten der Besenheide im Detail

💡 Ein Tipp: Auch verblühte Heiden dürfen gerne stehen bleiben – sie bieten Schutz für Insekten und geben winterlichen Arrangements eine natürliche Struktur.

Heide kombinieren – Inspiration für Garten & Balkon

Besen- und Schneeheide wirken besonders schön in Kombination mit:

  • Gräsern (👉🏼hier finden Sie unser Ratgebertext)
  • kleinen Koniferen
  • Moos
  • Naturmaterialien wie Zapfen, Rinde oder Holz.

Auf dem Balkon schaffen sie gemeinsam mit Kürbissen oder Zapfen eine warme Herbststimmung; im Garten bringen sie Struktur und Farbe in ruhige Winterbeete.

In Bayern erinnern Heidepflanzen mit ihrem feinen, genügsamen Charakter an alpine Wiesen und die karge Schönheit der Voralpenlandschaft – robust, bodenständig und zugleich elegant.

Boden, Erde & Dünger – kleine Details, große Wirkung

Damit Heidepflanzen dauerhaft gesund bleiben, spielt der richtige Boden eine große Rolle. Die Besenheide bevorzugt saure Erde mit einem pH-Wert zwischen 4 und 5, während die Schneeheide etwas toleranter ist.

Empfehlenswert ist hochwertige Hortensien- oder Rhododendronerde, die locker, humos und gut durchlässig ist. Für die Nährstoffversorgung eignet sich ein Rhododendrondünger, da er speziell auf die Bedürfnisse säureliebender Pflanzen abgestimmt ist. So bleiben die Pflanzen kompakt, farbintensiv und blühfreudig.

Fazit: Zwei Heiden, ein Zauber

Ob Besenheide oder Schneeheide – beide haben ihren eigenen Reiz. Die eine schenkt Farbe im Spätsommer, die andere im Winter. Wer beide pflanzt, genießt fast das ganze Jahr über blühende Akzente.

Mit der passenden Erde und etwas Pflege bleiben sie lange schön – und bringen die besondere Stimmung der Natur direkt zu Ihnen nach Hause.

In unserem Online-Shop finden Sie passende Erden, Dünger und Zubehör, um Ihr eigenes kleines Heideparadies zu gestalten – drinnen wie draußen. Und wenn Sie in München und Umgebung wohnen, schauen Sie gerne in unserem Laden am Viktualienmarkt vorbei: Dort erwartet Sie eine schöne, saisonale Auswahl an verschiedenen Heidearten.

Pink südafrikanische Glöckenheide