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Keimling

Aussaatkalender November: Gemüse, Kräuter und Blumen

Wenn die Tage kürzer werden und sich die Natur in Winterruhe begibt, richtet sich der Blick vieler Gärtner:innen nach drinnen. Der November ist die Zeit des Innehaltens – und gleichzeitig der ideale Monat, um mit ruhiger Hand die Weichen für winterliche Pflanzabenteuer zu stellen. Draußen ruht die Erde, drinnen darf es keimen, treiben und duften. Wer jetzt mit Umsicht pflanzt, sät und pflegt, wird im Winter mit frischem Grün und in wenigen Wochen mit leuchtenden Blüten belohnt.

Mit über 180 Jahren Erfahrung als Fachgeschäft für Pflanzen, Saatgut und Zubehör wissen wir: Jede Jahreszeit hat ihren Reiz – und gerade der stille November bietet Gelegenheiten, die oft unterschätzt werden. In unserem Aussaatkalender November zeigen wir Ihnen, welche Pflanzen, Kräuter und Blumenzwiebeln jetzt noch gesät oder vorbereitet werden können.

In unserem Online-Shop finden Sie dazu das passende Saatgut, Anzuchtzubehör und viele Ideen, um Ihr Zuhause lebendig zu gestalten.

Aussaatkalender November: Das Wichtigste in Kürze

  • Im Freien können Sie jetzt – in milden Lagen und mit Schutz – noch Feldsalat, Spinat, Rucola oder Winterpostelein säen.
  • Auf der Fensterbank gedeihen Microgreens, Keimsprossen, Kresse und Kräuter zuverlässig.
  • Tulpen, Narzissen und Hyazinthen können Sie noch pflanzen, solange der Boden nicht gefroren ist.
  • Amaryllis, Weihnachtstazetten und präparierte Hyazinthen lassen sich jetzt antreiben und blühen pünktlich zu den Festtagen.
  • Kaltkeimer (z. B. Akelei, Glockenblumen, Fingerhut) dürfen nun in Schalen oder Töpfen ins Freie – für eine natürliche Winteraussaat.
  • Planen Sie jetzt bereits ihr nächstes Gartenjahr: Saatgut prüfen, Frühjahrsfavoriten notieren und Zubehör reinigen.
Narzissen
Narzissenzwiebeln werden bereits im späten Herbst des Vorjahres gesetzt, damit Sie sich im Frühjahr über die strahlend gelbe Blüte freuen können.

Diese Blumen können Sie im November aussäen

Auch wenn die meisten Sommerblumen jetzt eine Ruhepause einlegen, lohnt sich der Blick auf die Kaltkeimer. Viele Stauden und Wildblumenarten benötigen winterliche Kälte, um ihre Keimruhe zu brechen. Der November bietet sich dafür hervorragend an: Säen Sie die Samen in Schalen oder Töpfe, stellen Sie diese den Winter über ins Freie – regengeschützt, aber luftig.

Die natürliche Abfolge von Feuchtigkeit und Frost sorgt dafür, dass die Keimung im Frühling von selbst einsetzt. So gelingt die Aussaat ganz ohne Technik – wie in der Natur.

Geeignet sind zum Beispiel Akelei, Fingerhut, Klatschmohn, Glockenblumen oder Wildblumenmischungen für Insekten. In unserem Shop finden Sie entsprechende Saatgut-Sets für Wildblumen und Stauden, die sich ideal für diese Wintersaat eignen.

Blumenzwiebeln im November pflanzen

Solange der Boden nicht gefroren ist, können Sie weiterhin Tulpen, Narzissen, Hyazinthen und Zierlauch und andere Frühlingsblüher setzen.

Wichtig ist, dass die Erde locker, durchlässig und nicht zu nass ist. Setzen Sie die Zwiebeln etwa doppelt so tief, wie sie hoch sind, und schützen Sie sie bei Bedarf mit einer dünnen Laubschicht oder Reisig vor starkem Frost.

💡 Weitere Informationen und Tipps rund um das Setzen von Blumenzwiebeln finden Sie in unserem Ratgeber „Blumenzwiebeln pflanzen: Wann und wie?

Rosa Tulpen auf Feld

Winterblüher für Advent und Weihnachten

Wenn draußen alles ruht, sorgen Amaryllis, Weihnachtstazetten und präparierte Hyazinthen drinnen für zauberhafte Blütenerlebnisse. Der November ist der perfekte Zeitpunkt, um sie zum Blühen zu bringen – rechtzeitig zur Adventszeit.

Amaryllis (Hippeastrum)

Die stolze Schönheit mit ihren imposanten Blütentrichtern liebt es hell und warm. Setzen Sie die Zwiebel so, dass etwa ein Drittel herausschaut. Gießen Sie erst sparsam, bis sich der Blütenschaft zeigt, dann regelmäßig. Nach rund sechs Wochen öffnet sich die erste Blüte – meist pünktlich zu Weihnachten.

Weihnachtstazetten (Narzissen)

Diese zarten Narzissen lassen sich ohne Erde in dekorativen Glasgefäßen mit etwas Wasser antreiben. Legen Sie die Zwiebeln auf ein Bett aus Steinen, halten Sie den Wasserstand knapp unter der Zwiebelbasis, stellen Sie das Gefäß kühl und hell – und freuen Sie sich schon bald über duftende, reinweiße Blüten.

Präparierte Hyazinthen

Speziell vorbehandelte Hyazinthenzwiebeln („präpariert“) sind bereits auf den Blütentrieb vorbereitet und benötigen nur wenige Wochen bis zur Blüte. Dabei gibt es zwei Varianten:

  • Eingetopfte Hyazinthenzwiebeln wachsen klassisch in Erde. Sie eignen sich wunderbar für dekorative Schalen oder Keramiktöpfe und lassen sich mit Moos, Zapfen oder kleinen Christbaumkugeln schön arrangieren.
  • Lose Zwiebeln sind ideal für die Wasserkultur: Sie werden in speziell geformte Hyazinthengläser gesetzt, sodass die Zwiebel selbst trocken bleibt und nur die Wurzeln den Wasserspiegel erreichen. Diese Variante ist besonders beliebt, weil sich das Wachstum der Wurzeln gut beobachten lässt.

Stellen Sie beide Varianten zunächst kühl und halbschattig, bis sich der Blütenstand zwischen den Blättern hervorschiebt – danach hell, aber nicht zu warm. So entwickeln sich kräftige Triebe und lang haltbare Blüten.

Präparierte Hyazinthe im Glas

💡Beates Tipp: Amaryllis, Tazetten und Hyazinthen lassen sich auch gut in SERAMIS® Pflanzgranulat ziehen.

Mehr Deko- und Pflanzideen für festliche Arrangements finden Sie in unserer Boutique-Abteilung – von Übertöpfen bis zu winterlicher Tischdeko.

Das Kräuterbeet im November

Mehrjährige Kräuter wie Liebstöckel, Thymian und Rosmarin legen im Freien jetzt eine Ruhephase ein. Dennoch gibt es aromatische Pflanzen, die sich auch drinnen im Kasten oder auf der Fensterbank wunderbar ziehen lassen – ideal für alle, die ihr Kräuterbeet im November weiter pflegen möchten.

  • Petersilie keimt langsam und liebt eine kühle Anzucht bei 15–18 °C.
  • Schnittlauch treibt in hellen, kühlen Räumen nach kurzer Ruhezeit erneut aus.
  • Kresse ist ein unkomplizierter Klassiker: Sie wächst auf feuchter Watte oder Papier, benötigt kaum Licht und ist schon nach wenigen Tagen erntereif.

👉 Mehr Tipps und kreative Ideen rund um Kresse finden Sie in unserem „Kresse-Ratgeber“ im Online-Shop.

💡 Praxistipp: Wenn Ihre Fensterbank aus Stein besteht, kann sie Kälte leiten. Stellen Sie Ihre Anzuchtgefäße daher auf einen Kork- oder Holzuntersetzer, um sie von unten zu isolieren. Auch von der Fensterscheibe her kann Kälte abstrahlen – dort ist es oft ein paar Grad kühler als im Raum. Diese Temperaturunterschiede können die Keimdauer leicht verlängern.

Basilikum und andere mediterrane Kräuter eignen sich dagegen nicht für die Kultur auf der Fensterbank im Winter. Da die Tage jetzt kurz sind, erhalten die Pflanzen dort nicht ausreichend Licht für ein gesundes Wachstum. Außerdem reagieren sie empfindlich auf kalte Zugluft.

Wer dennoch nicht auf frisches Basilikum im Winter verzichten möchte und einen geschützten Standort im Zimmer hat, kann mit einer Pflanzenlampe für ausreichend Licht sorgen – so schaffen Sie beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche Kräuterernte, selbst in der kalten Jahreszeit.

👉 Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber „Indoor-Kräutergarten: Kräuter in der Küche anpflanzen

Kresse in Eierschalen
Kresse ist ideal für kleine Hände und erste Gartenerlebnisse mit Kindern. Sie lässt sich spielerisch ziehen, täglich beobachten und ernten.

💡 Beates Tipp: Küchenkrepp und Watte sind oftmals gebleicht oder anderweitig chemisch behandelt. Verwenden Sie für die Anzucht Ihrer Kresse am besten Materialien aus biologischem Anbau und ohne Zusätze. Alternativ können Sie auch spezielles Keimpapier verwenden.

Vom Kräutergarten zum Mini-Garten: Microgreens & Keimsprossen – frisches Grün für den Winter

Wenn auf der Fensterbank bereits Petersilie, Schnittlauch oder Kresse sprießen, lässt sich das frische Grün wunderbar erweitern – mit Microgreens und Keimsprossen. Sie sind kleine Kraftpakete voller Vitamine, Mineralstoffe und Geschmack. Und das Beste: Sie benötigen kaum Platz, wachsen schnell und bringen schon nach wenigen Tagen Leben in die Küche.

Microgreens sind Jungpflanzen, die nach 7–14 Tagen geerntet werden. Gesät wird in flache Schalen mit Anzuchterde oder speziellen Saatmatten. Beliebte Sorten sind Brokkoli, Radieschen, Senf, Erbse oder Rote Bete. Wichtig sind Licht (idealerweise ein heller Platz oder eine Pflanzenlampe für die Anzucht) und regelmäßiges Lüften, um Schimmel vorzubeugen.

Keimsprossen dagegen benötigen kein Substrat. Sie wachsen in Keimgläsern oder Sprossentürmen auf reiner Wasserkultur. Die Samen – z. B. Mungbohnen, Alfalfa, Linsen oder Rettich – werden eingeweicht und täglich gespült, bis sich zarte Sprossen zeigen. Nach 3–6 Tagen sind sie erntereif. Achten Sie dabei auf absolute Hygiene: Gläser regelmäßig reinigen, Reste entfernen und die Sprossen vor dem Verzehr gut abspülen.

Kresse auf Küchenpapier gesät
Kresse wächst selbst auf feuchtem Küchenpapier ganz hervorragend.

👉 In unserem Ratgeber „Microgreens anbauen: Superfood von der Fensterbank“ erklären wir Ihnen ausführlicher, wie Sie Keimsprossen und Microgreens ansetzen.

💡 Tipp zur Platzwahl: Auf steinernen Fensterbänken kühlen Keimgefäße schnell aus. Legen Sie am besten einen Korkuntersetzer darunter – das isoliert und sorgt für gleichmäßige Bodentemperaturen. Gerade an kalten Tagen kann die Temperatur direkt an der Fensterscheibe einige Grad unter der Raumtemperatur liegen. Das beeinflusst Keimung und Wachstum spürbar.

👉 In unserem Online-Shop finden Sie neben passendem Saatgut auch Keimgläser, Sprossentürme und LED-Pflanzenlampen – ideal für die Indoor-Anzucht im Winter und für alle, die ihren kleinen Wintergarten auf der Fensterbank genießen möchten.

Salatsamen im November aussäen

Auch wenn der Garten zur Ruhe kommt, können Sie auf der Fensterbank oder im Frühbeet frisches Blattgemüse ziehen.

Besonders gut eignen sich Schnittsalate, Rucola, Spinat oder Winterpostelein. In milden Regionen gelingt die Aussaat draußen, geschützt durch Vlies oder Haube.

Drinnen fühlen sich Salat und Kräuter am wohlsten bei 15–20 °C und heller Lage. Eine Pflanzenlampe verhindert, dass Keimlinge vergeilen.

Achten Sie auf gleichmäßige Feuchtigkeit und ausreichende Luftzirkulation – so bleibt alles gesund.

💡 Tipp: Wer regelmäßig kleine Mengen nachsät, hat den ganzen Winter über junges, frisches Grün.

Rucola

Diese Gemüse können Sie im November säen und pflanzen

Für klassische Gemüsekulturen ist es draußen meist zu spät, doch einige robuste Arten schaffen es noch:

  • Feldsalat, Spinat, Winterpostelein, Rucola oder Asiasalate können – in milden Gegenden – mit Kälteschutz ausgesät werden.
  • Wintersteckzwiebeln dürfen jetzt in lockere Erde, ebenso wie Knoblauchzehen.

Für ganz Eilige: Im Frühbeet oder im Hochbeet mit Vlies lässt sich noch Spinat säen und im zeitigen Frühjahr ernten.

Feldsalat in grüner Box
Feldsalat ist nicht nur sehr gesund, sondern auch winterhart und eignet sich so perfekt für eine Anzucht im November.

Wer im November gärtnert, arbeitet eng mit dem Wetter zusammen. Schützen Sie Ihre Saaten mit Vlies oder Frühbeetaufsätzen und vermeiden Sie Staunässe.

👉 Tipps dazu, welche Gemüse den Winter über im Beet stehen bleiben können, finden Sie in unserem Ratgeber „Gemüse überwintern: Diese Sorten können im Winter draußen bleiben

Falls Sie ein Gewächshaus besitzen, bietet unsere Ratgeber „Gewächshaus im Winter nutzen: Das müssen Sie beachten“ zusätzliche Anregungen.

💡 Dank Microgreens und Keimsprossen müssen Sie auch bei wenig Platz nicht auf knackiges, selbstgezogenes Grün verzichten. Hier lohnt sich – wie oben beschrieben - die Kultur auf der Fensterbank. Ideal, um auch in der kalten Jahreszeit Vitamine zu ernten.

👉 Passendes Saatgut und Zubehör finden Sie in unserem Shop unter Microgreens & Sprossen.

Gartenpflege im November: Das steht an

Im Freien geht es nun darum, die Saison ordentlich abzuschließen und Pflanzen gut zu überwintern:

  • Beete abräumen: Entfernen Sie abgestorbene Pflanzen, aber lassen Sie verblühte Stauden als Schutz für Insekten und Samenstände als Nahrungsquelle für Vögel stehen.
  • Boden lockern: Besonders in Hochbeeten oder Pflanzkübeln sorgt das für bessere Durchlüftung.
  • Laub nutzen: Eine dünne Schicht schützt Beete und Blumenzwiebeln vor Frost.
  • Werkzeugpflege: Säubern, ölen und trocken lagern – so starten Sie im Frühjahr sofort durch.
  • Planung: Saatgut sortieren, Vorräte prüfen, Neuheiten vormerken.

Pflanzen überwintern / Winterschutz

Ob Beet, Balkon oder Topfpflanzen – jetzt ist Schutzzeit.

Ob Beet, Balkon oder Topfpflanzen – jetzt ist Schutzzeit.

  • Empfindliche Kübelpflanzen (z. B. Oliven, Zitruspflanzen) kommen ins Haus oder in frostfreie Räume.
  • Staudenbeete können mit Laub, Stroh oder Reisig abgedeckt werden.
  • Immergrüne Pflanzen benötigen an frostfreien Tagen Wasser – besonders in Kübeln.
  • Frühbeete & Aussaaten bleiben unter Vlies oder Folie geschützt, sollten aber regelmäßig gelüftet werden.

Auch Zimmerpflanzen danken im Winter für Aufmerksamkeit: weniger gießen, Staub von den Blättern entfernen, hell stellen. Mit Geduld und etwas Pflege bleibt Ihr grünes Zuhause vital – drinnen wie draußen.

👉 Weitere Tipps lesen Sie in unserem Ratgeber „Pflanzen vor Frost schützen: Winterschutz für den Garten“.

Blumen im Winter

Fazit

Der November ist kein Leerlauf im Gartenjahr, sondern eine ruhige, kreative Phase voller Möglichkeiten. Während draußen Ruhe einkehrt, entstehen drinnen neue Triebe, frisches Grün und blühende Vorfreude auf Weihnachten.

Ob Microgreens, Kresse, Amaryllis oder Blumenzwiebeln – jede dieser kleinen Tätigkeiten bringt Leben in die dunkle Jahreszeit. 👉 Entdecken Sie in unserem Online-Shop Saatgut, Blumenzwiebeln und Anzuchtzubehör, und lassen Sie sich in unserer Ratgeber-Sektion inspirieren. Unser Team berät Sie mit Erfahrung, Leidenschaft und Freude – online und vor Ort.

Ihr Fachgeschäft für grünes Leben – seit über 180 Jahren.