Aussaatkalender im Mai
Im Mai beginnt eine besonders aktive Phase für Garten, Balkon und Urban Gardening. Viele Jungpflanzen können ins Freie, zahlreiche Gemüse-, Kräuter- und Blumensamen lassen sich direkt aussäen, und Balkonkästen werden dauerhaft bepflanzt. Gleichzeitig ist noch etwas Vorsicht nötig: Spätfröste sind regional weiterhin möglich, besonders rund um die Eisheiligen. Wer Pflanzen schrittweise an das Außenklima gewöhnt, torffreie Erde verwendet und die passenden Aussaatzeiten beachtet, schafft gute Bedingungen für gesunde Pflanzen und eine lange Gartensaison.
- Jungpflanzen ins Freie setzen: mit Vorsicht nach den Eisheiligen
- Direktaussaat im Mai: Welche Samen können ins Freiland?
- Kartoffeln im Mai pflanzen
- Blumensamen im Mai
- Knollen, Zwiebeln und Rhizome im Mai pflanzen
- Obstsamen und Obstpflanzen im Mai
- Kräutersamen im Mai
- Sträucher im Garten einpflanzen: Rosen, Hortensien und Co.
- Gartenarbeit für Stauden im Mai
- Gartenarbeit für Rasenflächen: Vertikutieren oder Striegeln?
- Balkonkästen bepflanzen: torffreie Erde verwenden
- Tipps für Zimmerpflanzen im Mai
- Saat- und Pflanzgut seit 1842: Qualität, der Sie vertrauen können
Jungpflanzen ins Freie setzen: mit Vorsicht nach den Eisheiligen
Viele vorgezogene Jungpflanzen dürfen im Mai nach draußen. Dazu gehören Tomaten, Paprika, Chili, Gurken, Zucchini, Kürbis und Sellerie. Entscheidend ist jedoch nicht nur der Kalender, sondern vor allem die Nachttemperatur.
Kälteempfindliche Pflanzen sollten erst dauerhaft ins Beet, Hochbeet oder in den Kübel gesetzt werden, wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind. Als bewährte Orientierung gelten die Eisheiligen Mitte Mai. In rauen Lagen oder bei unsicherer Wetterlage ist es sinnvoll, empfindliche Jungpflanzen noch einige Tage geschützt zu halten.
Vor dem Auspflanzen sollten Jungpflanzen abgehärtet werden. Stellen Sie sie dafür tagsüber an einen geschützten Platz im Freien und holen Sie sie nachts wieder hinein. So gewöhnen sich Blätter und Stängel langsam an Sonne, Wind und Temperaturschwankungen.
Bewährte Praxis im Mai:
- Jungpflanzen nicht direkt aus dem Haus oder Gewächshaus in volle Sonne stellen
- bei kühlen Nächten Vlies, Pflanzhauben oder geschützte Hauswände nutzen
- Kürbis, Gurke, Zucchini und Basilikum erst nach sicher frostfreien Nächten auspflanzen
- Sellerie gleichmäßig feucht halten und nicht zu tief setzen
- Kübelpflanzen wie Oleander langsam an die Sonne gewöhnen
Gerade auf Balkon und Terrasse ist Vorsicht wichtig. Töpfe und Balkonkästen erwärmen sich tagsüber schnell, kühlen nachts aber auch rasch aus. Junge Pflanzen sollten deshalb bei Kälteeinbrüchen geschützt oder vorübergehend näher an die Hauswand gestellt werden.
Direktaussaat im Mai: Welche Samen können ins Freiland?
Im Mai ist der Boden für viele Aussaaten warm genug. Wichtig sind ein lockerer, feinkrümeliger Boden, gleichmäßige Feuchtigkeit und die richtige Saattiefe. Feine Samen werden nur dünn mit Erde bedeckt, größere Samen wie Kürbis oder Bohnen kommen etwas tiefer in den Boden.
Viele Gemüsesamen können direkt ins Beet, Hochbeet oder in größere Pflanzgefäße gesät werden. Besonders unkompliziert sind schnell wachsende Kulturen wie Radieschen, Salat, Mangold und Rote Bete. Sie eignen sich gut für Folgesaaten, damit über mehrere Wochen hinweg geerntet werden kann.
Wärmeliebende Gemüsearten wie Kürbis, Zucchini, Gurke und Bohnen sollten erst ausgesät werden, wenn der Boden ausreichend warm ist und keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind. Besonders Kürbis braucht viel Platz, einen nährstoffreichen Boden und eine lange Entwicklungszeit. Wer im Herbst eigene Kürbisse ernten möchte, auch für dekorative Zwecke rund um Halloween, sollte im Mai mit Aussaat oder Pflanzung beginnen.
Wurzelgemüse wie Möhren benötigt einen lockeren, steinfreien Boden, damit sich die Wurzeln gut entwickeln können. Erbsen können ebenfalls im Mai gesät werden und eignen sich auch für kleinere Beete oder Hochbeete. Sellerie wird dagegen meist nicht direkt im Mai ausgesät, sondern als vorgezogene Jungpflanze ins Beet gesetzt. Er braucht gleichmäßige Feuchtigkeit und einen nährstoffreichen Standort.
Kartoffeln im Mai pflanzen
Auch Kartoffeln können im Mai noch gelegt werden, besonders in kühleren Regionen oder wenn eine spätere Ernte gewünscht ist. Verwendet werden dafür Pflanzkartoffeln, keine normalen Gemüsesamen. Der Boden sollte locker, nährstoffreich und nicht zu nass sein. Vorgekeimte Kartoffeln wachsen meist schneller an.
Kartoffeln können im Beet, Hochbeet, Pflanzsack oder großen Kübel angebaut werden und eignen sich deshalb auch für Urban Gardening. Wichtig ist ausreichend Platz für die Knollenbildung. Sobald die Pflanzen etwa 15 bis 20 cm hoch sind, wird Erde angehäufelt. Das schützt die Knollen vor Licht, fördert die Bildung weiterer Kartoffeln und reduziert grüne Stellen. Staunässe sollte vermieden werden, gleichzeitig brauchen Kartoffeln während der Knollenbildung eine gleichmäßige Wasserversorgung.
Für den Anbau auf Balkon oder Terrasse eignet sich ein Kartoffelturm besonders gut.
Blumensamen im Mai
Viele Sommerblumen können im Mai direkt ins Freiland gesät werden. Für naturnahe Gärten eignen sich robuste und insektenfreundliche Arten wie Ringelblume, Kornblume und Sonnenblume. Sie bringen Farbe ins Beet und bieten zugleich Nahrung für Bestäuber.
Für Balkon, Hochbeet und essbare Pflanzungen ist Kapuzinerkresse besonders interessant. Sie wächst zuverlässig, bildet dekorative Blüten und kann in größeren Gefäßen auch rankend oder hängend verwendet werden.
Wärmeliebende Sommerblumen wie Zinnien und Schmuckkörbchen sollten erst dann direkt gesät oder ausgepflanzt werden, wenn die Nächte mild bleiben. Sie bevorzugen sonnige Standorte und lockere, gut durchlässige Erde.
Vergissmeinnicht nimmt eine Sonderrolle ein. Es wird häufig für die Blüte im Folgejahr kultiviert und passt gut an Gehölzränder, in halbschattige Beete oder in naturnahe Balkonbepflanzungen. Wer Vergissmeinnicht gezielt etablieren möchte, sollte die Angaben der jeweiligen Sorte beachten.
Knollen, Zwiebeln und Rhizome im Mai pflanzen
Neben Blumensamen können im Mai auch viele sommerblühende Knollen- und Zwiebelpflanzen gesetzt werden.
Dazu gehören Dahlien, Gladiolen, Calla und Begonien. Sie bringen Farbe in Beete, Kübel und Balkonbepflanzungen und eignen sich je nach Art für sonnige bis halbschattige Standorte.
Dahlien, Gladiolen und Calla sind frostempfindlich und sollten erst nach den Eisheiligen ins Freie gepflanzt werden. Dahlien brauchen einen sonnigen Standort und nährstoffreichen, lockeren Boden. Gladiolen wachsen am besten an warmen, geschützten Plätzen und sollten bei höheren Sorten gestützt werden. Calla eignet sich gut für geschützte Kübelstandorte und benötigt gleichmäßige Feuchtigkeit ohne Staunässe.
Begonien sind besonders für halbschattige bis schattige Balkonkästen, Kübel und Beetränder geeignet. Sie reagieren empfindlich auf Frost und sollten ebenfalls erst nach den Eisheiligen dauerhaft nach draußen. Lilien werden meist schon im Herbst oder zeitigen Frühjahr gesetzt; vorgezogene Topflilien können im Frühjahr ebenfalls ausgepflanzt werden. Sie bevorzugen durchlässige Erde und einen Standort, an dem die Blüten Sonne bekommen, während der Wurzelbereich eher kühl bleibt.
Obstsamen und Obstpflanzen im Mai
Bei Obst ist die Aussaat aus Samen im Mai nur eingeschränkt sinnvoll, wenn zeitnah geerntet werden soll. Viele Obstgehölze wachsen aus Samen nicht sortenecht oder benötigen mehrere Jahre bis zur ersten Ernte. Für Garten, Balkon und Urban Gardening sind Jungpflanzen deshalb meist die bessere Wahl.
Gut geeignet für den Mai sind Erdbeeren und Monatserdbeeren. Sie lassen sich in Beete, Hochbeete, Ampeln, Pflanzsäcke oder Balkonkästen setzen und benötigen vergleichsweise wenig Platz. Monatserdbeeren sind besonders praktisch für kleine Flächen, da sie kompakt wachsen und über einen längeren Zeitraum Früchte bilden können.
Wärmeliebende Obstpflanzen wie Physalis oder Melonen sollten erst nach der Frostgefahr ins Freie. Physalis braucht einen sonnigen, geschützten Standort und ausreichend Platz. Melonen sind anspruchsvoller und gelingen im Freiland vor allem an sehr warmen, geschützten Standorten oder im Gewächshaus.
Kräutersamen im Mai
Viele Kräuter können im Mai direkt ausgesät werden. Besonders gut eignen sich robuste Küchenkräuter wie Dill, Koriander, Petersilie, Schnittlauch, Kerbel und Bohnenkraut. Dill und Koriander sollten möglichst direkt an Ort und Stelle gesät werden, da sie Umpflanzen weniger gut vertragen.
Petersilie keimt langsam und braucht gleichmäßige Feuchtigkeit. Schnittlauch ist unkompliziert und eignet sich auch für Balkonkästen oder Töpfe. Bohnenkraut passt gut in Mischkulturen mit Bohnen und kann im Beet oder Hochbeet ausgesät werden.
Wärmeliebende Kräuter wie Basilikum sollten erst nach den Eisheiligen oder an einem geschützten Standort ins Freie. Auf dem Balkon wachsen Kräuter besonders gut in Gefäßen mit Wasserabzug. Mediterrane Kräuter wie Thymian, Oregano und Rosmarin brauchen eher durchlässige Erde, während Petersilie, Schnittlauch, Kerbel und Basilikum gleichmäßiger feucht stehen möchten.
Sträucher im Garten einpflanzen: Rosen, Hortensien und Co.
Containerpflanzen können im Mai gut in den Garten gesetzt werden, sofern sie anschließend ausreichend gewässert werden. Dazu gehören Rosen, Beerensträucher, Hortensien, Lavendel und viele Ziersträucher.
Das Pflanzloch sollte etwa doppelt so breit wie der Wurzelballen sein. Lockern Sie den Boden gründlich, wässern Sie den Ballen vor dem Einsetzen und drücken Sie die Erde nach dem Pflanzen vorsichtig an. Danach wird gründlich angegossen.
Damit Rosen, Hortensien und andere Blühsträucher kräftig wachsen und zuverlässig Knospen bilden, sollte auch der Nährstoffbedarf beachtet werden. Frisch gepflanzte Sträucher profitieren von einem gut vorbereiteten Boden und einer organischen Grundversorgung, zum Beispiel mit reifem Kompost oder einem passenden Langzeitdünger. Rosen benötigen während der Wachstumsphase ausreichend Nährstoffe, sollten aber nicht überdüngt werden. Hortensien haben ebenfalls einen vergleichsweise hohen Nährstoffbedarf und bevorzugen je nach Art eher humose, gleichmäßig feuchte und kalkarme Böden. Eine angepasste Düngung kann die Blütenbildung unterstützen; bei Hortensien spielt zusätzlich der pH-Wert des Bodens eine Rolle.
Oleander im Mai nach draußen stellen
Oleander kann im Mai schrittweise ins Freie. Er braucht einen hellen, sonnigen und geschützten Standort. Nach dem Winterquartier sollte er nicht sofort in die volle Mittagssonne gestellt werden. Bei angekündigten Spätfrösten bleibt ein geschützter Platz sinnvoll.
Gartenarbeit für Stauden im Mai
Stauden wachsen im Mai kräftig. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, Beete zu kontrollieren, Beikräuter zu entfernen, Mulch aufzubringen und hohe Stauden zu stützen.
Hohe Arten wie Rittersporn, Phlox oder Pfingstrosen sollten rechtzeitig stabilisiert werden, bevor sie bei Wind oder Regen auseinanderfallen. Frisch gepflanzte Stauden brauchen eine gleichmäßige Wasserversorgung, bis sie gut eingewurzelt sind.
Verblühte Frühjahrsstauden können zurückgeschnitten werden, wenn keine Selbstaussaat gewünscht ist. In naturnahen Gärten dürfen einzelne Samenstände und Pflanzenreste stehen bleiben, da sie Lebensraum und Nahrung für Insekten bieten.
Eine dünne Mulchschicht aus Laubkompost oder angetrocknetem Rasenschnitt hilft, die Feuchtigkeit im Boden zu halten und das Bodenleben zu fördern. Auch dauerhaft wiederkehrende Blütenpflanzen wie Iris und Lilien verdienen im Mai Aufmerksamkeit. Iris sollte möglichst frei und nicht zu tief stehen, damit die Rhizome nicht faulen. Lilien profitieren von durchlässiger Erde und einem geschützten Standort. Hohe Sorten können bei Bedarf gestützt werden, damit sie bei Wind und Regen stabil bleiben.
Gartenarbeit für Rasenflächen: Vertikutieren oder Striegeln?
Im Mai wächst der Rasen kräftig. Jetzt lassen sich kahle Stellen nachsäen, Moos entfernen und verdichtete Bereiche verbessern. Ob Vertikutieren oder Striegeln sinnvoll ist, hängt vom Zustand der Fläche ab.
Vertikutieren entfernt Rasenfilz und Moos, greift aber stärker in die Grasnarbe ein. Es eignet sich vor allem für belastete oder stark verfilzte Rasenflächen. Danach sollten kahle Stellen nachgesät und gleichmäßig feucht gehalten werden.
Striegeln ist schonender. Dabei wird die Fläche oberflächlich durchgekämmt. Diese Methode eignet sich für leichte Pflegearbeiten und naturnähere Rasenflächen.
Für einen insektenfreundlichen Garten muss nicht jede Fläche kurz gemäht werden. Einzelne Bereiche können im Mai länger stehen bleiben, damit Klee, Gänseblümchen und andere Blütenpflanzen Nahrung für Insekten bieten.
Balkonkästen bepflanzen: torffreie Erde verwenden
Im Mai können Balkonkästen dauerhaft bepflanzt werden. Je nach Standort eignen sich Kräuter, Erdbeeren, Salate, Kapuzinerkresse, essbare Blüten und klassische Balkonblumen.
Für nachhaltige Balkonarbeit empfiehlt sich torffreie Erde. Torfabbau belastet Moorlandschaften und Klima. Torffreie Substrate auf Basis von Kompost, Holzfasern oder Rindenhumus sind deshalb die bessere Wahl. Achten Sie beim Kauf auf die Bezeichnung „torffrei“, denn „torfarm“ oder „torfreduziert“ bedeutet nicht automatisch torffrei.
Wichtig beim Bepflanzen von Balkonkästen:
- Kästen und Töpfe brauchen Abzugslöcher
- eine Drainageschicht kann Staunässe reduzieren
- Pflanzen mit ähnlichem Wasserbedarf zusammen setzen
- auf Südbalkonen regelmäßig gießen
- bei essbaren Pflanzen auf geeignete Erde und Dünger achten
Für Urban Gardening sind Mischpflanzungen sinnvoll. Erdbeeren lassen sich gut mit Schnittlauch kombinieren, Kapuzinerkresse passt zu Salaten, und Mangold kann zusammen mit Kräutern in größeren Gefäßen wachsen.
Tipps für Zimmerpflanzen im Mai
Auch Zimmerpflanzen profitieren im Mai vom stärkeren Licht. Jetzt ist eine gute Zeit zum Umtopfen, Düngen und Kontrollieren auf Schädlinge.
Pflanzen wie Monstera, Grünlilie, Efeutute oder Bogenhanf können bei Bedarf in größere Töpfe gesetzt werden. Wichtig ist ein passendes Substrat und ein Topf mit Wasserabzug. Nach dem Umtopfen sollten Zimmerpflanzen einige Wochen gleichmäßig, aber nicht zu nass gehalten werden.
Einige robuste Zimmerpflanzen können im Sommer an einen geschützten Platz draußen gestellt werden. Direkte Mittagssonne sollte am Anfang vermieden werden, da Blätter sonst verbrennen können.
Saat- und Pflanzgut seit 1842: Qualität, der Sie vertrauen können
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